Golfen ist einfacher als man denkt!

Zeit, Nerven, etwas Geduld, ein paar hundert Franken Anfangsinvestition - und das Golfspiel mit dem kleinen, weissen Ball kann beginnen. Mit Aussicht auf Erfolg.

Als Nichtgolfer an einem Tisch mit Golfern zu sitzen, kann ganz schön mühsam werden. Unweigerlich werden Fairways, Greens und Bunker zum Dauerthema. Geschichten von genialen Schlägen, von Frustrationen, Wutausbrüchen oder horrenden Mitgliederbeiträgen wechseln sich ab in bunter Reihenfolge.

Die Geschichten von Schwierigkeiten beim Golfen können ebenso vor einem Einstieg abschrecken wie Aussagen von den Grossen der Szene. Jack Nicklaus etwa erklärte in seinem 1981 erschienenen Werk "Das Buch der 1000 Tipps": "Ich bin schon ganz zufrieden, wenn ich auf einer Runde sechs Bälle genauso treffe, wie ich es mir vorgestellt habe."

Die Gefahr ist gross, dass man aufgrund solcher Storys bereits vor dem ersten Schlag einen Rückzieher macht und Golf als Freizeitbeschäftigung der Reichen abtut, die erst noch wenig mit Sport zu tun hat.

Doch es ist anders, als man denken könnte: Golf ist in erster Linie ein Kampf gegen sich, gegen die eigenen Nerven und zu hohe Erwartungen. Wer damit umgehen kann, wird sehr viel Spass haben.

 

Der Anfang. Wer mit Golf beginnen will, muss dies auf einer Driving Range tun. Es gibt in der Schweiz mittlerweile viele öffentliche Übungsanlagen, wo alle Utensilien gemietet werden können.

Die Grundbegriffe und Grundfertigkeiten des Golfsports erlernt man am besten bei einem Pro, einem Golflehrer. Oft reicht eine einzige Lektion, um festzustellen, ob einem der Kampf mit dem 46 Gramm leichten Ball zusagt.

 

Die Ausrüstung. 14 Schläger darf jeder Golfer mit auf eine Runde nehmen: Hölzer, Eisen und Putter. Für 600 bis 800 Franken sind gute Golfsets für Anfänger zu erhalten. Wer preisgünstig anfangen will, kann problemlos einen gebrauchten Satz kaufen, denn Golfschläger nützen sich kaum ab.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass man verschiedene Schläger testet. Unterschiede gibts beim Handling und bei der Schlaglänge. Schläger mit Graphitschäften vermitteln meist ein besseres Gefühl: Sie wiegen weniger als Schläger mit Stahlschäften, lassen sich schneller schwingen, sind gelenkschonender - aber teurer.

 

Die Zeit. Der Weg vom Anfänger zum Golfer mit Spielberechtigung auf einem Platz führt über die Regel- und die Platzreifeprüfung. Ein Handicap kann man nur über Turniere erreichen. Die Skala reicht von 36 (Anfänger) bis 0 (Pro).

Wie bald man ohne Pro auf einen Platz gehen darf, hängt nicht bloss vom Talent ab. Denn wer viel übt, wird schneller als in anderen Sportarten Fortschritte machen. Ein Schönwettergolfer, der keine Stunden nimmt, selten auf die Driving Range geht und sechs Runden pro Jahr spielt, kann in drei Jahren Handicap 25 erreichen - schreibt das österreichische Sportmagazin. Ein fanatischer Golfer, der einmal im Monat zum Pro geht, jede Woche vier Stunden auf der Driving Range steht und bis zu vier Runden spielt, soll in der gleichen Zeitspanne bei Handicap 0 bis 4 stehen. Diese Handicap-Rechnung ist zwar etwas gewagt, aber sie zeigt, wie wichtig beim Golfen die Zeit ist.

Wer einen 18-Loch-Platz spielt, muss ohne An- und Heimfahrt vier Stunden einrechnen.

Aber eben: Oft kann es ein einziger Schlag sein, der Zeit und Aufwand für einen Golfer rechtfertigt. Ein Schlag, über den man immer wieder sprechen kann. Ein Schlag, der auch für die Faszination dieser Sportart steht.

Andi Rüppel

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